Fakten, Fakten, Fakten

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Ein Referat kann man auch so halten:

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  1. Gerhard

    #1 von Gerhard am 6. Februar 2008 - 18:43

    Ich fürchte,
    auch diese Webseite verkümmert allmählich zu einer pornographischen. De gustibus non est disputandum!

  2. admin

    #2 von admin am 6. Februar 2008 - 20:49

    Christian Kortmann schreibt in der "Süddeutschen" über diesen Clip:

    Körperbetontes Referat

    Der Clip zeigt in einer Form, die Lust und Last mit der Pornographie verdeutlicht, wie groß und stark das Schmuddelkind Porno mittlerweile in der Kulturindustrie geworden ist. Er spielt im kalifornischen San Fernando Valley, dem Zentrum der weltweiten Pornoproduktion. Eine junge Frau trägt typische Auf-dem-Bett-liege-Kleidung, hohe Stiefel, ein kariertes Röcken, Top dazu, fertig ist der Liegelook.

    Sie hält ein körperbetontes Referat, für das sie die Fakten über die Pornoindustrie im Internet auf ihren Körper geschrieben hat. Sittsam entledigt sie sich ihrer Kleidung, verdeckt die Brüste mit den Händen. Unter der Garderobe kommen stets neue Fakten ans Licht: "In jeder Sekunde gucken 28.258 User Pornos" und "Sex" sei das meistgesuchte Wort im Netz.

    Porno, ein 9-to-5-Job

    So transparent der Clip über die Pornoindustrie aufklärt, am Ende hat er doch einen Clou: Ihr Name sei übrigens Kelle Marie, lässt die Referentin wissen, und auch sie habe eine erotische Website. Die gelungene Dialektik dieses Clips besteht darin, dass Kelle Marie sich verhüllter gibt als in ihrem Beruf üblich (im Netz finden sich etliche Hardcore-Szenen mit ihr), und zugleich die Ebene der industriellen Pornoproduktion in den Fokus rückt, die ja gemeinhin beim Pornokonsum ignoriert wird: Darüber will man so wenig nachdenken wie beim Hühnchenessen über Massentierhaltung.

    Sex ist nun mal ein großer Antrieb des Menschen, in jedem Medium spielt er eine Rolle, von der Literatur über Videokassetten bis ins Internet. Wenn man alle Pornosites vom Netz nehmen würde, so eine Vermutung, bliebe nur eine einzige Website übrig, auf der stünde: "Gebt uns die Pornoseiten zurück!"

    Kelle Marie listet Staaten auf, die Pornographie verbieten – Iran, Kuba, Singapur – und auch noch ein paar andere Verbote in petto haben. Aus dieser Perspektive erscheinen die medialen Schmuddelecken weniger als Zeichen für Kulturverfall, sondern als Gütesiegel gesellschaftlicher Freiheit. Was Kelle Marie uns auch noch wissen lässt: 70 Prozent des Pornokonsums spielt sich zwischen 9 und 17 Uhr ab. Also dann mal wieder an die Arbeit.

(wird nicht veröffentlicht)


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