Ex-Bankerin erledigt Drecksarbeit mit neoliberaler Zielsetzung

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Quelle: oe24.at

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So haben wir es gerne. Diejenigen, die die Krise verursacht haben, klagen weiterhin erfolgreich ihre Boni-Milliarden ein, und eine Berufsgruppe soll dafür büßen, dass eine Unzahl von geldgierigen, gewissen- und verantwortungslosen Bank- und Versicherungsmanagern vor den Augen der Staatsaufsicht das Gemeinwesen bis jetzt um 40 Billionen Euro schädigten.

Wo waren denn unsere ach so tüchtigen Politiker und die Kasperln von der EU, als die feinen Herrschaften Milliarde um Milliarde an Geldern, die ihnen gar nicht gehörten, in den Sand setzten?

Da ist es dann weiter nicht verwunderlich, dass es eigentlich nur einer neoliberalen Ex-Bankerin einfallen kann, unter dem schenkelklopfenden Gejohle der Stammtische den Startschuss für einen Angriff auf die Arbeitzeitregelungen aller Lohnabhängigen zu geben. Der Applaus der plötzlich in Masse auftauchenden Bildungsexperten, aber auch der bildungsfernen Schichten (die häufig identisch sind), ist ihr, teilweise, sicher.

Der jetzige Übergriff auf die Arbeitszeit der LehrerInnen entspricht der typischen EU-konformen Taktik, “Angleichungen” zuungunsten der ArbeitnehmerInnen durchzuführen. Angesichts dieser Attacke kann es nicht unser Anliegen sein, einen ganzen Berufsstand unter Rechtfertigungszwang zu setzen. Die Anmaßungen und die Arroganz der Ministerin, geil auf Rankings und Elitenprofilierung, sprechen von grundlegenden Defiziten in der Beurteilung der Leistung der LehrerInnen. In Wirklichkeit startet sie einen Angriff auf die Arbeitszeitregelungen aller Lohnabhängigen, beginnend bei einer Berufsgruppe, die man immer wieder dem medialen Beschuss aussetzt, in dem man mit medial geübten Auslesespielen Stimmung macht, um dann zynisch “Volksentscheide” zu provozieren.

Quelle: © werkstatt.or.at

Nun wissen wir, was wir von der großartig angekündigten Priorität der Sozialdemokraten für die Bildungspolitik halten können: Das primitive, aber beinharte Einsparen von 381 Millionen Euro (!) auf Kosten einer Berufsgruppe.

Und für die Verursacher der Krise werden “Milliarden-Konjunkturpakete” geschnürt.

Wahrlich eine intellektuelle Großleistung der Neoliberalen, die sich Sozialdemokraten nennen, ganz im Sinne der EU!

Immer mehr Menschen geraten in Wut ob dieser Zwei-Klassen-Politik der Regierenden. Bei den jüngsten Landtagswahlen hat das bereits eine Rolle gespielt. SPÖ-Stammwähler gehen scharenweise wie schon vor zehn Jahren zur FPÖ, Lehrer, Richter, Universitätsbedienstete kehren den Wahllokalen den Rücken. Die Krise fordert ihre Opfer, die Chefs von SPÖ und ÖVP aber lächeln. Krisenfest.

Quelle: Gottfried Sperl im “Standard”

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